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3 Impulse für erfolgreiche Mitarbeiterführung

10. Oktober 2019 / Führung

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Mitarbeiter für mehr Erfolg ungleich zu behandeln? Keine Angst, das ist keine Fangfrage, sondern das Ergebnis neuer Studien. Diese besagen, dass eine ungleiche Behandlung von Mitarbeitern zu mehr Produktivität im ganzen Team führt. Warum das tatsächlich so ist und wieso Gleichbehandlung nicht der richtige Weg zu einer erfolgreichen Mitarbeiterführung ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ungleich heißt nicht ungerecht

Eine wichtige Unterscheidung vorweg: Ungleichheit ist nicht dasselbe wie Ungerechtigkeit. Während letzteres eher negativ besetzt ist und eine unfaire Handlung meint, steht Ungleichheit im positiven Sinne für Individualität. Wer seine Mitarbeiter ungleich behandelt, der behandelt sie individuell, das heißt: Ihren Talenten und Fähigkeiten entsprechend. Für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung ist das ganz entscheidend.

„Mitarbeiter ungleich behandeln? – bringt Erfolg.“

Zugegeben, im ersten Moment klingt das etwas gewöhnungsbedürftig. Doch so verrückt ist diese Idee der ungleichen Mitarbeiterführung gar nicht. Hierbei geht es nämlich darum, dass sich alle im Team gut behandelt fühlen. Da jeder Mensch aber unterschiedlich ist und andere Bedürfnisse hat, muss der Umgang mit ihm auf seine Empfindungen angepasst sein. Das gilt auch – vielleicht sogar insbesondere – für die lobende Bestätigung und Anerkennung seiner Arbeit.

Erfolgreiche Mitarbeiterführung hängt von den Emotionen ab

Wann arbeiten Sie am liebsten? Wahrscheinlich genau dann, wenn Sie Spaß an Ihrer Tätigkeit haben und sich in Ihnen das Gefühl breit macht, dass das, was Sie tun, genau richtig ist. Bei Ihren Mitarbeitern ist das nicht anders. Heißt, wer sich wertgeschätzt und gut behandelt fühlt, arbeitet auch besser. Das sollten Sie bei der Mitarbeiterführung immer im Hinterkopf haben. 

„Führungskräfte profitieren davon, wenn sie Einzelne bevorzugen.“

Eine aktuelle Studie mit rund tausend Probanden hat gezeigt, dass positive Emotionen ganz wichtig für zufriedene Mitarbeiter sind. Denn die Mitarbeiterführung wirkt sich maßgeblich auf den Selbstwert, die Gefühle und das Verhalten einzelner Mitarbeiter aus. Sie fragen sich, wie das sein kann? Ein Experiment gab hier Aufschluss.

Gleichbehandlung ist oldschool

In dem Experiment waren Gruppenleiter zu einzelnen Teilnehmern besonders freundlich. Das Ergebnis: Positive Emotionen beim entsprechenden Teammitglied und ein höheres Selbstwertgefühl. Durch die daraus resultierende höhere Zufriedenheit und Motivation war der Teilnehmer eher bereit, Aufgaben zu übernehmen und andere zu unterstützen. Zusätzlich führte das höhere Selbstwertgefühl zu einer geringeren Verletzung von respektvollem Umgang und zu rücksichtsvollem Verhalten – was im Übrigen eine effiziente Produktivität in der Gruppe garantiert. Und die Moral von der Geschicht? Wer sich im Vergleich zu anderen besser behandelt fühlt, stärkt das Team und steigert so die Produktivität!

„Kluge Manager führen individuell nach Talenten.“

So viel zur Wissenschaft. Wie sieht das ganze nun aber in der gelebten Praxis aus? Hier gilt: Mitarbeiterführung ist schnell ganz dünnes Eis. Denn Neid und Missgunst gibt es immer und so manch einem Teammitglied kann es aufstoßen, dass der eine oder andere mehr Lob bekommt. Regel Nummer eins lautet deswegen: Eine gute Führungskraft pflegt mit allen Mitarbeitern einen respektvollen und freundlichen Umgang. Kommunikation auf Augenhöhe sowie Ehrlichkeit und Transparenz im Umgang mit Neuigkeiten und Veränderungen sind ein Muss. Und: Alle erhalten für ähnliche Leistungen auch eine vergleichbare Rückmeldung.

Gleichbehandlung ist pure Faulheit

Wichtig für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung ist zudem, dass alle die gleiche Chance bekommen, ihre Meinung zu äußern. Unterschiedliche Menschen haben ein Recht auf unterschiedliche Behandlung. Wirklich gerecht zu sein, bedeutet darum, dank präziser Beobachtung Unterschiede zu machen, die jedem Einzelnen gerecht werden. Wer das nicht tut, zeigt einfach nur eine mangelnde Bereitschaft, sich wirklich mit dem Menschen hinter dem Mitarbeiter auseinanderzusetzen.

Drei Impulse für mehr individuelle Führung

Was bedeutet das nun für Ihre Praxis als Führungskraft? Es bedeutet, dass Sie die richtigen Fundamente kennen müssen, um Aufmerksamkeit ungleich verteilen und alle Mitarbeiter erfolgreich führen zu können. Wie das geht, zeigen die folgenden drei Impulse:

1. Leistungskriterien festlegen:

Alle Mitarbeiter müssen wissen, was der andere macht. Außerdem sollten sie die Kriterien der Leistungsmessung kennen. Schließlich sind sie die objektive Messlatte dafür, ob jemand berechtigt Zugeständnisse, Aufmerksamkeit oder Lob vom Chef erhält. Als Führungskraft beugen Sie damit Willkür vor. Als Chef nur den Liebling loben? Bitte nicht, denn das ist mit Ungleichheit in der Mitarbeiterführung nicht gemeint. Loben Sie besser auf Basis der allseits bekannten Leistungskriterien. So kann jeder nachvollziehen: Ja, die Aufmerksamkeit des Chefs und sein Schulterklopfen sind gerechtfertigt!

2. Loben in drei Stufen:

Vorab ein Beispiel: „Herr Müller, das Verkaufsgespräch mit Kunde X haben Sie prima gemacht.“ So setzen Sie einen positiven Verstärker, indem Sie außergewöhnliche Leistung loben. Ist eine Leistung über einen längeren Zeitraum außergewöhnlich, führen Sie ein Anerkennungsgespräch. Hier gehen Sie ein paar Minuten auf das konkrete Handeln des Mitarbeiters ein. Konkret bedeutet das: Wer messbar gute Leistungen bringt, der wird dafür honoriert.

3. Alle respektvoll behandeln:

Die Einstellung „Alle Mitarbeiter werden respektvoll und menschlich fair behandelt“ macht es Ihnen in der Mitarbeiterführung leichter, Menschen klar zu sagen, weshalb ihre Leistung den Erwartungen entspricht – oder eben nicht. Mit anderen Worten heißt das:
Gehen Sie bei der Mitarbeiterführung individuell auf jeden einzelnen und seine Stärken, Schwächen, Talente, Möglichkeiten, Interessen oder Eigenschaften ein, behandeln Sie ihn anders als andere. Das ist im besten Sinne ungleich und deswegen fair.

Mitarbeiterführung
0 Kommentare / von Thomas Pütter
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