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Die wichtigsten Folgen des demographischen Wandels für Unternehmen

12. Dezember 2019 / Arbeitswelt 4.0

Na, wann haben Sie zuletzt einen Bewerber aus der Altersklasse 50 plus eingestellt? Wenn Sie sich nicht erinnern – nicht schlimm. Damit sind Sie nicht allein. Die Mehrzahl aller Unternehmen setzt beim Recruiting ausschließlich auf jüngere Arbeitskräfte. Doch in Sachen demographischer Wandel ist das nicht unbedingt die schlaueste Idee. Warum das so ist, was der demographische Wandel für Unternehmen bedeutet und welche Folgen er hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Herausforderung demographischer Wandel? Kommt drauf an …

Fest steht, der demographische Wandel verändert die Arbeitswelt. Ob das neue Herausforderungen für Ihr Unternehmen bedeutet, kommt jedoch darauf an. Worauf? Auf Sie und Ihre Einstellung. Denn so wie Sie das Thema demographischer Wandel angehen, so wirken sich dessen Folgen auf Ihr Unternehmen aus.

„Nicht nur jammern, sondern auch handeln lautet die Devise!“

Was heißt das nun konkret? Und was bedeutet demographischer Wandel überhaupt? Ganz einfach gesagt, versteckt sich hinter dem Begriff demographischer Wandel die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung eines Landes. Auf Deutschland bezogen heißt das: Die Menschen werden zunehmend älter und zu wenig jüngere kommen nach. Und das hat Folgen.

Konfliktherd Mehrgenerationenbelegschaft

Zwei der größten Folgen, mit denen Unternehmen sich beim Thema demographischer Wandel konfrontiert sehen, sind die alternde Belegschaft und der Fachkräftemangel. Auf der einen Seite stehen die Mitarbeiter, die schon ewig arbeiten und über einen großen Erfahrungsschatz verfügen. Auf der anderen Seite befinden sich die jüngeren Arbeitskräfte der Generationen Y und Z. Und Achtung, wenn diese beiden aufeinandertreffen, besteht echtes Konfliktpotenzial! Denn hier prallen verschiedene Wünsche gegeneinander.

Während die Generation X der zwischen 1960 und 1980 Geborenen noch nach dem Motto unterwegs war „arbeiten, um zu leben“ und das große Ziel der Jobsicherheit verfolgte, geht es der Generation Y in erster Linie um Sinn und Selbstverwirklichung im Job. Die Generation Z, geboren ab 1995, wünscht sich gleichberechtigte Zusammenarbeit in einer Gemeinschaft. Dass hier unterschiedlichste Wünsche und Bedürfnisse zusammentreffen, liegt auf der Hand – das ist demographischer Wandel auf Hochtouren.

Der demographische Wandel und seine Folgen – so finden Sie die Balance

In vielen Unternehmen entwickelt sich zunehmend eine Mehrgenerationenbelegschaft. Das bedeutet, dass die Generationen X bis Z nebeneinander bzw. miteinander arbeiten müssen. Und damit das ohne größere Konflikte funktioniert, kommt es auf die Moderationsfähigkeit der Unternehmen und ihrer Führungskräfte an. Sie müssen auf die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse Rücksicht nehmen und das Thema demographischer Wandel altersgruppenabhängig angehen.

„Wer erfolgreich sein will, fördert das Miteinander der Generationen.“

Generell gilt dabei: Starre Hierarchien kommen bei den jüngeren Arbeitskräften alles andere als gut an, und auch patriarchalisch geführte Unternehmen stellen für diese keine attraktiven Arbeitgeber dar. Selbstbestimmung und offene Strukturen sind das Geheimnis, um in Sachen demographischer Wandel und dessen Folgen auf der sicheren Seite zu sein – zumindest was die neuen Generationen angeht.

Darum sollten Sie die Älteren der Belegschaft nicht vergessen

Bitte immer dran denken: Die alten Hasen in Ihrem Betrieb haben auch Gefühle. Und die wollen sie berücksichtigt wissen. Denn nur, weil ein paar junge Hüpfer ihre Arbeitskarriere beginnen, heißt das nicht, dass auf einmal alles cool und hip sein muss. Denn gerade die älteren Mitarbeiter sind besonders wertvoll für ein Unternehmen. Sie bringen einen umfassenden Erfahrungsschatz mit sich. Und wenn sie einmal gehen, dann ist dieser – genau: weg! Danke, demographischer Wandel.

„Wer zügig handelt, ist langfristig für die Folgen des demographischen Wandels gewappnet.“

Abnehmendes Qualitäts- und sinkendes Erfahrungsniveau sind auch typisch demographischer Wandel und gehören damit zu dessen Folgen. Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es, dem entgegenzuwirken. Ansonsten sinkt Ihr Unternehmen wie die Titanic – langsam, aber sicher. Die Lösung: Setzen Sie auf eine offene Kommunikation zwischen allen Generationen. Machen Sie jeder Seite deutlich, wie wichtig es ist, dass Sie alle ein Team bilden und jeder von jedem profitiert. Das kommt am Ende dem ganzen Betrieb zugute. Kleiner Tipp am Rande: Führen Sie eine Altersstrukturanalyse durch. So erfahren Sie schnell, an welchen Stellen welche Bedürfnisse auftreten und wie Sie diese alle unter einen Hut bringen.

Mehr Gesundheit im Betrieb

Wer sich mit dem Thema demographischer Wandel auseinandersetzt und Wege finden will, mit den Folgen umzugehen, der kommt um betriebliches Gesundheitsmanagement nicht herum. Denn das ist entscheidend, um die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. Setzen Sie in diesem Zusammenhang auf lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle. Diese lassen sich individuell gestalten und sorgen für zufriedene Mitarbeiter.

„Ein gelungenes Demographiemanagement fordert ein krasses Umdenken.“

Auch der Bereich Human Resources ist im Hinblick auf den demographischen Wandel stärker gefordert. Denn flexible Arbeitszeitmodelle erfordern eine strategische Personalplanung. Hinzu kommt der große Bereich des Recruiting. Vor allem der Fachkräftemangel gehört zu den Folgen des demographischen Wandels und fordert ein Umdenken vieler Betriebe. Schließlich muss nicht jeder Posten zwangsläufig mit der neuen Generation besetzt werden. Auch ein Bewerber mit Mitte 50 kann ein Unternehmen mit seiner Erfahrung nach vorne bringen. Schauen Sie bei der Personalgewinnung also gerne mal über den Tellerrand hinaus.

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1 Kommentar / von Thomas Pütter
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Christian Aichmayr13. December 2019

Alles schön und gut... Gehört werden wird es trotzdem nicht. Es gibt zu viel an Vorurteilen, die gegen eine Anstellung älterer Dienstnehmern sprechen...

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