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Remote Leadership: Worauf es bei digitaler Führung ankommt!

19. Januar 2021 / Arbeitswelt 4.0

Wie sich die Aufgaben der Führungskraft bei digitaler Führung ändern

Corona hält die Welt weiter in Atem, die Homeoffice-Pflicht steht im Raum und immer mehr Führungskräfte stellen auf digitale Führung um. Doch was ist bei digitaler Führung zu beachten? Welche Aufgaben ändern sich für eine Führungskraft, wenn sie digital führt? Schauen wir uns dazu die Novemberumfrage vom Business- und Karriereportal Xing an, in der speziell auf das Führungsverhalten der vergangenen Monate – unter dem Einfluss von Corona und der Zunahme von Homeoffice und Remote Führung – eingegangen wurde. Dabei gaben mehr als 40 Prozent der Führungskräfte an, ihren Führungsstil umgestellt zu haben: 86 Prozent sagten, sie versuchen, ihre Mitarbeiter:innen besser zu motivieren, 73 Prozent delegieren mehr und geben mehr Verantwortung an ihre Mitarbeiter ab.

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Neuer Führungsstil im Corona-Arbeitsjahr: Mehr Verantwortungsabgabe bei digitaler Führung

Dies scheint sich mit der Wahrnehmung von Mitarbeitern zu decken: Mehr als ein Viertel der befragten Xing-Mitglieder ohne Führungsverantwortung bestätigte, dass „sich der Führungsstil verändert hätte“. Am häufigsten nannten sie, dass die Führungskräfte mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnis übertragen (ca. 32 Prozent). 26 Prozent der Befragten empfinden ihre Führungskraft als empathischer als vor der Krise und 25 Prozent haben die Erfahrung gemacht, dass die Führungskraft im Homeoffice besser erreichbar ist.

Großes Plus: Bessere Erreichbarkeit der Führungskräfte bei Homeoffice und digitaler Führung

Doch es gibt auch Kritik: Rund 30 Prozent der befragten Mitglieder ohne Führungsverantwortung finden, dass die Chef:innen im Homeoffice weniger kommunizieren als im Büro. Auch die Frage, wieviel Kontrolle digitale Führung braucht, ist umstritten: Nur rund 20 Prozent der befragten Angestellten fühlen sich im Homeoffice weniger kontrolliert. Dabei ist laut Umfrage jede dritte Führungskraft der Meinung, sie würde ihren Mitarbeitern mehr Vertrauen schenken und weniger kontrollieren als im Büro.

Herausforderung für Führungskräfte: Remote Work braucht auch Remote Führung!

Fakt ist, dass digitale Führung nicht bedeutet, alles so zu machen wie bisher – nur halt per Videokonferenz. Doch leider ist dies in vielen Unternehmen nackte Realität. Die Führungskraft bemüht sich vielleicht, Mitarbeiter alle ein bis zwei Wochen per Videokonferenz einzubinden, aber im Großen und Ganzen werden die Mitarbeiter sich selbst überlassen. Dementsprechend sinkt die Motivation, denn es ist genau andersherum: Mitarbeiter im Homeoffice brauchen mehr Führungsimpulse. Konnte die Motivation zu normalen Bürozeiten auch von Teammitgliedern, inspirierenden Meetings oder Pausengesprächen nachgeladen werden, sind die meisten Mitarbeiter nun davon abhängig, von ihrer Führungskraft emotional mitgenommen und aufgeladen zu werden.

Hohe Motivation bei digitaler Führung klappt nur, wenn Führungskräfte ihre Aufgaben erfüllen

Zu den Aufgaben einer Führungskraft gehörte es schon immer, die Kommunikation im Fluss zu halten und für volle Transparenz zu sorgen. Doch bei digitaler Führung ist die Vernachlässigung dieser Aufgabe noch verhängnisvoller: Konnten sonst noch schnell im Meeting Infos nachgeschoben oder Wogen geglättet werden, bekommt die Führungskraft bei digitaler Führung im Zweifel gar nicht mit, wenn Mitarbeiter:in A emotional dichtmacht oder Mitarbeiter:in B sich ausgeschlossen fühlt. Was Führungskräfte brauchen, ist eine neue Haltung, ein neues Führungsverständnis, wenn sie Remote führen. Denn nun ist die Führungskraft dafür zuständig, Nähe trotz Distanz zu schaffen und Mitarbeiter bei allen Prozessen emotional mitzunehmen, um sie zu motivieren und langfristig an das Unternehmen zu binden.

Klare Ziele zu vereinbaren, ist das A und O bei digitaler Führung

Mehr als je zuvor gilt es bei digitaler Führung, klare Ziele festzulegen – damit keiner ineffizient dahinwurschtelt. Auch die Kommunikation von Vision und Strategie bekommt einen höheren Stellenwert: Die Führungskraft kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass der Flurfunk für das Weiterleiten der ausgerufenen Strategie sorgt. Im Gegenteil, wir brauchen eine klare Meetingstruktur, in der festgelegt ist, wann und wie oft wir über strategische Ziele, Kernprozesse oder laufende Verbesserungsmaßnahmen sprechen. Es ist entscheidend, dass Führungskräfte verstehen, dass sie dafür zuständig sind, für positive Erfahrungen der Mitarbeiter zu sorgen und permanent das Umfeld dafür zu ermöglichen. Erst dann gelingt es, Mitarbeiter in ihr volles Potenzial zu bringen und dass sie intrinsisch motiviert sind. Die Führungskraft der Zukunft setzt auf Inspiration und Befähigung der Mitarbeiter, anstatt Kontrolle. Genau dadurch schafft sie sich den Freiraum, selbst schöpferisch tätig sein zu können.

Online-Meetings sollten interaktiv und lebendig gestaltet werden!

Mitarbeiter digital zu führen, Online-Meetings abzuhalten und Zielvereinbarungsgespräche aus dem Homeoffice per Zoom-Meeting durchzuführen wird mittlerweile von Führungskräften als Grundkompetenz vorausgesetzt. Doch in der Welt der digitalen Führung lauern Tücken und Gefahren. Wer kennt nicht die Teilnehmer, die nebenbei ihre Mails checken oder daddeln? Oder das Gefühl, in ein schwarzes Loch von starren, unbeteiligten Gesichtern zu sprechen? Oder noch schlimmer: die innere Panik, an der Technik zu scheitern? Wir merken, für digitale Führung reicht unsere Führungs- oder Fachkompetenz nicht einfach so aus. Digitale Führung ist ein eigenes Spielfeld! Die Frage ist also: Welche Regeln gelten überhaupt für Online-Meetings, damit sie erfolgreich sind? Wie können wir Mitarbeiter in Online-Meetings aktivieren? Welche Tools erleichtern es, virtuelle Teams zu führen? Und: wie hält man Teamgeist und Motivation auch über Online-Meetings aufrecht?

Quellennachweise / Über das Corona Barometer

1.308 aktive XING Mitglieder, davon 629 aus Deutschland, 329 aus Österreich und 350 aus der Schweiz, nahmen im November 2020 an der Umfrage teil. Die Mehrheit der XING Mitglieder sind sogenannte „White Collar Worker“. Dieser Begriff umfasst Berufsgruppen mit kaufmännischen, beratenden, administrativen und ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten, Berufe mit künstlerischen oder kreativ-schöpferischen Tätigkeiten sowie Heilberufe, heilpädagogische Berufe und Sozialberufe. Die Befragung zum Corona Barometer findet in regelmäßigen Abständen statt.

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0 Kommentare / von Thomas Pütter
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