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Neue Führungstrends aus dem Silicon Valley

13. Februar 2020 / Arbeitswelt 4.0

Ach nee, was ist das schön! In Badeklamotten unter dem Sonnenschirm liegen, die Augen auf das strahlende Blau der Karibik gerichtet, auf dem Tischchen neben dem Liegestuhl steht ein Drink und auf den Knien liegt – der Laptop. So oder ähnlich erträumen sich viele Menschen das Arbeiten der Zukunft. Egal wann, egal von wo. Ländergrenzen und Tageszeiten bilden kein Hindernis. Und mal ganz realistisch betrachtet, so abwegig ist das Ganze gar nicht. Ein Blick aufs Silicon Valley zeigt, dass das, was für manche (noch) ein Arbeitstraum ist, tatsächlich schon stattfindet.

Wie das Arbeiten der Zukunft im Silicon Valley funktioniert, welche Trends es dort gibt und was das für Führungskräfte bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Grafik aus der Vogelperspektive einer Stadt.

Ein bisschen Spaß muss sein

Dass Menschen besser arbeiten, wenn sie ihre Aufgaben gerne erledigen, ist nichts Neues. Etliche Studien haben es in der Vergangenheit bewiesen: Die Freude am Arbeiten wirkt sich maßgeblich auf die Motivation der Mitarbeiter aus. Anders gesagt – Arbeiten darf Spaß machen. Und die Unternehmen im Silicon Valley haben das verinnerlicht. Echte Spaß-Etagen gehören dort fest zum Inventar.

„Ohne Spaß keine Motivation, ohne Motivation keine guten Arbeitsergebnisse!“

Während der Arbeit kurz eine Runde Billard zocken, mit den Kollegen einen After-Work-Drink genießen oder bei einem Snack auf dem Sofa lümmeln und sich mit den anderen aus dem Team zum aktuellen Stand eines Projektes austauschen? Ja, auf jeden Fall! So geht Arbeiten im Silicon Valley. Angst, dass Aufträge nicht rechtzeitig fertig werden oder dass zu viel Laissez-Faire die Qualität der Arbeit beeinträchtigt, hat dort niemand. Im Gegenteil – das freundschaftliche Miteinander der Teams soll deren Zusammenhalt fördern. Und es klappt. Denn je besser die Harmonie, umso cooler die Projektergebnisse.

Willkommen in der digitalen Welt

Übrigens, wer seine Kollegen mag und gerne arbeitet, der kommuniziert auch mehr. Und Kommunikation ist das A und O im Silicon Valley. Sie ist die Basis dafür, dass die digitale Welt dort so im Alltag funktionieren kann, wie sie es aktuell tut. Und dabei spielen auch Führungskräfte eine große Rolle. Wie sich ihre Arbeit durch den digitalen Wandel bereits geändert hat und wie sie sich daran angepasst haben, zeigen die folgenden fünf Führungstrends aus dem Silicon Valley:

1. Freiraum für orts- und zeitunabhängiges Arbeiten

Wissen Sie, was das Tolle an der Digitalisierung ist? Sie macht die Welt kleiner. Experten auf der ganzen Welt lassen sich dank neuer Technologien ganz einfach miteinander vernetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mitarbeiter in Asien, Amerika oder Europa sitzt. Wichtig ist nur eine reibungslose und einfache Kommunikation. So setzen sich Führungskräfte im Silicon Valley extrem dafür ein, ihren Teams ein zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen.

„Jeder kann dort arbeiten und leben, wo er will. Die Digitalisierung macht es ganz easy möglich.“

Die tägliche Kommunikation läuft über Skype-, Telefon- oder Chat-Programme. Virtuelles und mobiles Arbeiten sind Alltag. Ein besonders gutes Beispiel ist das Unternehmen „Zoom“ aus dem Silicon Valley. Als Anbieter von Videokonferenzlösungen setzt Zoom auf cloudbasierte Lösungen und macht es Unternehmen so ganz easy möglich, viele Menschen kostengünstig und schnell face-to-face zusammenzubringen. Und das endgeräteunabhängig und ganz ohne nervige Installationen. Das ist Arbeitserleichterung à la Silicon Valley!

2. Mehr Flexibilität durch Remote-Führung

Die Remote-Führung meint ein Führen auf Distanz und ist im Silicon Valley längst Alltag. Zum Arbeiten physisch zusammenzutreffen ist heute einfach nicht mehr nötig. Damit das „Führen by Fernsteuerung“ klappt, braucht es aber eine präzise Kommunikation sowie klare Spielregeln im Umgang miteinander. So muss zum Beispiel jedes Teammitglied wissen, bis wann Fragen beantwortet sein müssen, wer bei Problemen einzuschalten ist und was genau für ein Meeting vorbereitet sein muss.

„Die Werkzeuge für Remote-Führung: präzise Kommunikation und klare Spielregeln.“

Aber Vorsicht! Die Remote-Führung ist nicht von heute auf morgen eingeführt. Denn ein Führen auf Distanz setzt Vertrauen voraus. Und das lässt sich nicht unbedingt über Mails und Phonecalls aufbauen. Die Lösung aus dem Silicon Valley: Auch mal ein privates Telefonat mit den Mitarbeitern führen, ein paar persönliche Details erzählen und die Sorgen und Ängste von jedem einzelnen Teammitglied ernst nehmen.

3. Offen sein für Neues

Wetten, Sie kennen einen der liebsten Sätze aus deutschen Unternehmen? „Das haben wir immer schon so gemacht.“ Oh ja, wir lieben diese Aussage – nicht! Denn wer sich gegen Neues sperrt, der kann nicht innovativ sein. Im Silicon Valley sieht das ganz anders aus. Hier herrscht Innovation in Reinkultur. Und das klappt deswegen so gut, weil Führungskräfte und Teams gleichermaßen offen für Neues sind.

„Chance statt Schande – Scheitern gehört zum Arbeitsalltag dazu.“

Im Silicon Valley führen die Chefs nicht durch klare, indiskutable Ansagen „von oben“. Hier gilt, wer eine gute Idee hat, soll versuchen, sie umzusetzen. So sind schon viele tolle Dinge entstanden, die heute Menschen auf der ganzen Welt nutzen. Und wenn mal was nicht klappt? Kein Ding – Scheitern gehört hier zum Arbeitsalltag dazu. Führungskräfte lassen ihren Mitarbeitern viel Freiraum zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten. Können Sie sich vorstellen, was das für eine Motivationskraft hat? Richtig, eine ganz enorme!

4. Führen ohne Limits

Wer im Silicon Valley arbeitet, der brennt für das, was er tut. Enthusiasmus, Unternehmergeist und Bock auf Neues schaffen hier einen einzigartigen Spirit, der es Führungskräften ermöglicht, Teams zusammenzustellen, die Höchstleistungen bringen. Das Geheimnis: Eigenverantwortung. Flache Hierarchien sorgen in den Unternehmen im Silicon Valley dafür, dass Mitarbeiter ein echtes Mitbestimmungsrecht haben.

So entstehen agile Teams, die handlungsfähig sind und auch ohne Chef wichtige Entscheidungen treffen können. New Work ist im Silicon Valley längst etabliert. Die Folge: Es gibt keine eingefahrenen Arbeitsstrukturen und die Teams arbeiten zufrieden und hocheffektiv.

5. Die Demokratisierung des Wissens

Typisch für Führungskräfte im Silicon Valley ist, dass sie teilen können. Und zwar ihr Wissen. Einen Boss, der auf allem Know-how sitzt wie Dagobert Duck auf seinem Geld, gibt es nicht. Unternehmen arbeiten eng zusammen und tauschen sich aktiv aus. Das ermöglicht einen nahezu unbegrenzten Zugriff auf Ressourcen und eine gegenseitige Befruchtung bei verschiedensten Projekten. Angst vor Ideenklau existiert natürlich auch dort. Die Freude an Innovationen überwiegt jedoch. Und so sorgt die Schwarmintelligenz im Silicon Valley dafür, dass Großes entstehen kann.

Keine Angst vor dem neuesten „Shit“

Sie finden, das klingt alles so weit weg und überhaupt nicht nach Deutschland? Ja, auf der einen Seite stimmt das. Auf der anderen Seite zeigt der Blick ins Silicon Valley, was uns in Zukunft erwartet. Und mal ganz unter uns gesprochen – je eher Sie dabei sind, desto besser.

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0 Kommentare / von Thomas Pütter
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