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Hybride Führung als Katalysator für den Wandel – ab in die Zukunft!

30. September 2020 / Arbeitswelt 4.0

Wie Führung den Sprung in die neue Arbeitswelt schaffen kann

Der Wandel der Wirtschaftswelt ist in vollem Gange, da stellt sich die Frage: Kann hybride Führung der richtige Weg sein, die Veränderungen erfolgreich zu meistern? Lange galt Agilität als der Heilsbringer, um die Komplexität der Arbeitswelt 4.0 bewältigen zu können. Doch inzwischen haben einige Unternehmen herbe Rückschläge dabei erlitten, ihre Organisationsstrukturen rasch auf agile Methoden umzustellen. Und wenn man genauer hinschaut, wundert es auch nicht: Haben bisher Führungskräfte die Verantwortung für Entscheidungen übernommen, sollen diese nun von den Teams getroffen werden. Aber nicht jeder Mitarbeiter kann mit so viel Verantwortung umgehen. Viele fühlen sich überlastet und einige sind froh damit, gesagt zu bekommen, was ihr Auftrag ist. Denn nicht jeder Mitarbeiter ist so gut selbstorganisiert, wie es die Anwendung von agilen Methoden voraussetzt.

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Weshalb agile Methoden ohne hybride Führung oft scheitern.

Für den Erfolg agiler Methoden braucht es ein gutes Zeitmanagement und vor allem: eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit. Agile Methoden leben von regem Austausch, vielen Feedback- und Reflexionsschleifen und gelebter positiver Fehlerkultur. Sowohl die tägliche gemeinsame Priorisierung von Aufgaben, als auch die Entscheidungsfindung im Team setzen voraus, dass jedes Teammitglied seinen Arbeitsstatus definieren, neue To Do’s gezielt planen und in den festgelegten Zeitfenstern auch erfüllen kann. Man muss schon auch Bock auf Team und das Austragen von Konflikten um Ressourcen haben, sonst wird’s eng. Aber es spricht noch viel mehr dafür, weder die rein agile Führung anzustreben, noch die rein klassische Führung aufrecht zu erhalten. Der Schlüssel der Zukunft wird die hybride Führung sein: Die Kombination von klassischer und agiler Führung. So, dass man idealerweise die Vorteile beider Führungswelten nutzt und eine intelligente Brücke zwischen beiden schlägt.

Hybride Führung heißt, klassische und agile Führung zu kombinieren.

Das Zünglein an der Waage ist dabei, dass die Führungskraft erkennt, wann eine Situation klassische Führung erfordert und wann es gilt, die Arbeit flexibler, dynamischer und agiler zu organisieren – also hybride Führung zu leben. Zu den klassischen Führungsaufgaben gehört es nach wie vor, motivierende Mitarbeitergespräche zu führen, Ziele kooperativ zu vereinbaren, Leistung zu fördern und anzuerkennen, professionell Feedback zu geben und Aufgaben zu delegieren. Auch finanzielle Entscheidungen, wenn zum Beispiel ein Budget nicht ausreicht oder ein agiles Team aufgelöst werden muss, sollten nach wie vor „top-down“ getroffen werden. Denn bis ein Team beschließt, sich selbst aufzulösen, kann wertvolle Reaktionszeit verloren gehen, in der man noch über Ressourcen für Plan B verfügt hätte. Auch eine eindeutige Zuständigkeit für die Personalführung gehört zu den Pro’s der klassischen Führung. Denn sie bringt Orientierung, Verbindlichkeit und Stabilität in Teams. In agilen Strukturen kann es schon mal passieren, dass Mitarbeiter, die in mehreren Teams tätig, aber an keiner Führungskraft mehr angedockt sind, sich genau dadurch insgesamt verloren fühlen.

Klassische Führung punktet, wenn sie für Klarheit und Stabilität sorgt.

Wenn klassische Führung so verstanden wird, dass sie die Leitplanken dafür schafft, dass Mitarbeiter sich entwickeln können und so immer mehr in ihre Selbstverantwortung kommen – schlägt sie eine tragfähige Brücke hin zu mehr Agilität. Es ist eine Frage der Haltung. Klassische Führung darf nicht mehr dazu ausgenutzt werden, die eigene Macht auszubauen und sein Silo zu verteidigen. Im Gegenteil: Klassische Führung sollte sich als das Instrument verstehen, welches die Basis für so viele agile und flexible Prozesse wie möglich schafft. So, dass operative Entscheidungen so oft wie möglich „bottom-up“ getroffen werden – da, wo man Kunden und Lieferanten kennt – und Teams schnell auf Veränderungen reagieren können. Dazu muss die Führungskraft in der Lage sein, in die Rolle des Coaches zu switchen, um das Team bei der Lösungsfindung begleiten zu können. Und das eben genau nicht durch Anweisungen, sondern dadurch, die richtigen Fragen zu stellen, alle Teammitglieder einzubinden oder übergeordnete Themen mit anderen Führungskräften und der Chefetage für das Team abzuklären.

Hybrides Führen ist mehr, als nur ein neues Mindset

Der Begriff „Hybrid“ ist in technischen Branchen dafür bekannt, zwei meist sehr unterschiedliche Systeme durch eine schlaue Brückentechnologie zu verbinden. „Hybrid“ steht dabei für „gebündelt“ oder „gekreuzt“. Ebenso steht auch hybride Führung für eine intelligente Vorgehensweise der Führungskraft, die aus dem Entweder-oder-Modus aussteigt und als Perspektive ein „Sowohl-als-auch“ – sowohl klassische Führungselemente als auch agile Methoden, Teams und Settings –aufmacht. Hybrides Führen heißt, die Strukturen in Organisationen so zu wandeln, dass sie hierarchisches und agiles Arbeiten gleichermaßen unterstützen. Es heißt, Aufgaben aus der klassischen Führung und Aufgaben aus der agilen Führung zu übernehmen. Dies braucht eine hohe Flexibilität und emotionale Belastbarkeit der Führungskraft. Die Anforderungen an Führungskräfte werden eher mehr, als weniger. Denn es gilt, die Stärken klassischer und agiler Führung zu verbinden. Es gilt die Fähigkeit zu entwickeln, zwischen beiden Führungswelten wechseln zu können und so hybrid zu führen. Nur so können Unternehmen schneller und beweglicher werden und so den Wandel der Arbeitswelt erfolgreich bewältigen.

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0 Kommentare / von Thomas Pütter
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