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Resilienz fördern durch Führung – Krisen erfolgreich vorbeugen

14. Oktober 2020 / Arbeitswelt 4.0

Wie Sie Ihre Mitarbeiter und damit Ihr Unternehmen stark machen

Resilienz ist das Schlagwort der Stunde. Denn Resilienz bezeichnet die Fähigkeit von Menschen, Teams und Unternehmen, erfolgreich mit Krisen umgehen zu können. Oft fragen wir uns ja, weshalb es ein Unternehmen schafft, aus einer Krise moderner und gestärkt herauszugehen, währenddessen ein vergleichbares einbricht. Beide hatten gefühlt dieselbe Ausgangsposition oder ähnliche Voraussetzungen und doch: Ein Unternehmen schafft es, ein anderes nicht. Genauso fragen wir uns manchmal auch, weshalb es in unserem eigenen Unternehmen Abteilung A gelingt, mit einer heftigen Herausforderung erfolgreich umzugehen, währenddessen Abteilung B bereits an einer banalen Veränderung scheitert? Eine der Hauptursachen dafür ist die unterschiedlich ausgeprägte Fähigkeit zur Resilienz von Unternehmer, Führungskräften oder Mitarbeitern beim Umgang mit Rückschlägen, heftigen Einbrüchen oder einschneidenden Veränderungen.

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Führung, die Resilienz fördert, ist der Erfolgsfaktor der Zukunft

Doch was genau heißt Resilienz? Die vielen umherschwirrenden Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Resilienz führen eher zu noch mehr Verwirrung, anstelle einer Orientierung, was man konkret tun kann. Auf den Punkt gebracht ist Resilienz die psychische Widerstandskraft, über die ein Mensch verfügt, um eine schwierige Lebenssituation gut durchzustehen. Sprich, ohne davon in seiner Leistungsfähigkeit, Lebenskraft oder Lebensfreude beeinträchtigt zu sein. Nun wissen wir ja, die Psyche des Menschen ist ein breites Spielfeld. Das macht es für Unternehmen schwer, mal eben schnell oder nach dem Gießkannenprinzip für mehr Resilienz bei den Mitarbeitern zu sorgen. Denn jeder Mensch verfügt über ein anderes Gerüst an Glaubenssätzen, persönlichen Werten und bisher gemachten Erfahrungen. Und so erzeugen Ereignisse, die das Unternehmen, den Markt oder die Gesellschaft an sich betreffen, ganz unterschiedliche Reaktionen bei Mitarbeitern. Eine Filialschließung löst bei dem einen Mitarbeiter panische Angst und schlaflose Nächte aus, währenddessen ein anderer das Ereignis für sich als ‚betriebswirtschaftlich sinnvoll‘ innerlich abhakt. Genau deswegen ist zuallererst mal wichtig, dass eine Führungskraft nah dran ist an ihren Leuten und einen guten Draht zu den Mitarbeitern/innen hat. Denn um zu wissen, was welche/n Mitarbeiter/in gerade emotional stark beschäftigt oder was ihn/sie psychisch belastet, muss die Führungskraft Zeit und Interesse für Gespräche und Feedbacks haben.

Führung, die Resilienz fördert, lässt sich nicht am Ende des Tages einfach „dranhängen“

Ob ein Unternehmen es schafft, die Resilienz von Mitarbeitern zu fördern und zu steigern, hängt also zum großen Teil davon ab, wie gut sich die Führungskräfte selbst managen können. Denn Führung kann nur stattfinden, wenn eine Führungskraft nicht ständig im operativen Geschäft untergeht. Sie kann nur stattfinden, wenn die Führungskraft in brenzligen Situationen präsent ist, in den Lead geht und Klärung herbeiführt. Und Führung kann nur stattfinden, wenn die Führungskraft selbst emotional ausgeglichen ist und es schafft, in schwierigen Situationen konstruktiv und positiv zu bleiben. Die Führungskraft ist und bleibt das Vorbild für Mitarbeiter. Daher ist es notwendig, dass Führungskräfte permanent ihre Führungskompetenz schulen. So, dass sie sich fit darin fühlen, Mitarbeitergespräche motivierend führen zu können – auch wenn es um harte Kritik geht. So, dass sie sich fit darin fühlen, Ziele fördernd, aber auch fordernd vereinbaren zu können. Und so, dass sich Führungskräfte zutrauen, Konflikte zu schlichten und mit starken Emotionen in Teams umzugehen.

Das Selbstmanagement der Führungskräfte ist das A und O für die Resilienz eines Unternehmens

Was genau sorgt aber nun bei Mitarbeitern für mehr psychische Stabilität? Entscheidend ist, dass eine produktive Arbeitsatmosphäre vorherrscht, in der sich die Mitarbeiter akzeptiert und wohl fühlen. Das Fundament einer produktiven Atmosphäre bildet die Überzeugung vom Sinn des eigenen Handelns und das Vertrauen, zusammen mit den Kollegen wirksam zu den Unternehmenszielen beitragen zu können. Daher ist es Aufgabe von Unternehmer und Führungskräften, Sinn und Orientierung zu geben sowie für transparente Strukturen und Spielregeln zu sorgen. Ein wichtiger Baustein ist dafür die gemeinsame Entwicklung eines Leitbildes. Im Leitbild sollten die Vision, die Unternehmensphilosophie, die Alleinstellungsmerkmale sowie die gemeinsamen Werte definiert werden. So, dass jeder Mitarbeiter sein eigenes „Warum“ findet, dass ‚Warum macht es für mich total Sinn, jeden Tag mit Leidenschaft meine Arbeit zu tun und mich voll einzubringen‘. Und so, dass jeder Mitarbeiter sich als Teil des großen Ganzen fühlt. Das sorgt für emotionale Stabilität und ist ein gutes Schutzschild in turbulenten Zeiten. Auch ein gemeinsam erarbeiteter Jahreszielplan mit definierten Unternehmens- und Abteilungszielen gibt Orientierung und sorgt für Klarheit der Erwartungen aus der Führungsetage. Hieraus können für jeden Mitarbeiter auch die persönlichen Ziele abgeleitet werden – das vermeidet gefühlte Willkür und die Transparenz bringt Ruhe ins Team. Jeder Mensch wäre gestresst davon, wenn der Chef plötzlich Zahlenziele ausruft oder diese ohne sie vorher kommuniziert zu haben, einfach so erwartet.

Führung, die Resilienz fördert, setzt auf positive Zusammenarbeit und stabile Beziehungen.

Viele psychische Belastungen in Unternehmen sind selbstgebacken, weil die Fundamente der Organisationsstrukturen wie ein Organigramm, Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten oder systematische Mitarbeitergespräche nicht klar definiert sind oder nicht von allen Führungskräften eingehalten werden. Ohne gelebte fördernde Gesprächskultur entsteht aber keine Vertrauenskultur. Daher liegt der Hauptfokus für die Förderung von Resilienz darauf, Führungskräfte und Mitarbeiter zu einer ehrlichen, wertschätzenden Feedbackkultur zu befähigen. Zu regelmäßigen Gesprächen, in denen die Selbstwahrnehmung des Mitarbeiters und die Wahrnehmung der Führungskraft abgeglichen und ausgetauscht werden. So, dass jeder Mitarbeiter immer genau weiß, wo er steht und woran er noch arbeiten kann. Und so, dass jeder Mitarbeiter auch über seine Bedürfnisse und Wünsche sprechen kann und diese nicht jahrelang herunterschluckt. Eine positive und gut gelebte Feedbackkultur sorgt auch für eine gute Beziehungsqualität. Und eine positive Beziehung der Teammitglieder zur Führungskraft und der Teammitglieder untereinander ist der entscheidende Hebel für eine gute Teamresilienz.

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0 Kommentare / von Thomas Pütter
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