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So entkommen Sie Machtspielen – 3 Strategien mit Gelinggarantie

24. Oktober 2019 / Führung

„Es ist mir egal, was Sie denken. Ich bin der Chef und ich allein entscheide, was zu tun ist!“ Mal ehrlich, dieser Satz ist doch der Horror für jeden Menschen, der gerne arbeiten will, oder? Doch leider sind Äußerungen wie diese nach wie vor Realität in vielen Unternehmen. Machtspiele gehören zum Alltag, machen die Mitarbeiter mürbe und schaden am Ende dem ganzen Betrieb. Das muss nicht sein! Wie Sie Machtspiele erkennen und umgehen, verrät Ihnen dieser Beitrag.

Die beliebtesten Machtspiele und wie Sie diesen entkommen

Achtung Machtgefälle! In diese Richtungen können Machtspiele gehen

Es ist der Klassiker der Machtspiele: Das Geben von Lob und Anerkennung oder eben gerade nicht. Das Drohen oder Schuld verschieben, das Manipulieren und Demütigen. Machtspiele, die von oben nach unten, also von der Führungskraft zu Mitarbeitern, gespielt werden, gehören in vielen Unternehmen zum alltäglichen Geschehen. Meist dienen Vorgehensweisen wie diese dazu, Informationen und Beziehungen zum eigenen Vorteil zu nutzen. Sich selbst großmachen, indem man andere kleinmacht? Typisch für Machtspiele, die von oben nach unten laufen.

„Menschen, die an Macht gewinnen, neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen.“

Doch es gibt auch eine andere Seite, und zwar die jener Machtspiele, die von unten nach oben gespielt werden. Gemeint ist damit ein Vorgehen, bei dem Mitarbeiter entweder versuchen, Einfluss auf ihre Führungskraft zu nehmen, oder sich deren Einfluss zu entziehen. Dies kostet die Führungskraft nicht nur unendlich Nerven, Kraft und Zeit, sondern demotiviert auch die übrigen Mitarbeiter: Nämlich diejenigen, die in die Machtspiele anderer hereingezogen werden oder mit ihrem ehrlichen Verhalten einfach untergehen.

Echte Macht ist gute Macht

Fest steht, Macht gibt es überall, wo Menschen aufeinandertreffen. Das muss nicht per se etwas Schlechtes sein. Denn Macht bringt Menschen nicht selten in Positionen, in denen sie ihre Potenziale überhaupt erst entfalten und tolle Dinge erreichen können. Hier wirkt der Posten einer Führungskraft als echter Motivations-Booster. Negativ ist Macht erst dann, wenn sie durch Machtspiele genutzt wird, um anderen zu schaden, damit man selbst besser dasteht.

Haben sich Machtspiele in einem Unternehmen als festes Verhaltensmuster etabliert, so ist die Basis allen Übels gelegt. Denn um Fassadentechniken, Imponiergehabe und verdeckte Appelle wieder aus Alltag und Unternehmenskultur zu verbannen, ist ein gutes Stück Arbeit nötig.

So erkennen Sie eine wahre Führungskraft 4.0

Wissenschaftliche Untersuchungen der University of California in Berkeley haben ergeben, dass jene Fähigkeiten, die dazu führen, dass jemand eine Führungskraft wird, genau dann verloren gehen, sobald die machtvolle Position eine Weile ausgeübt wurde. Es ist das Paradoxon der Macht. Umso wichtiger ist es, dass moderne Führungskräfte Machtspiele und Ähnliches von Anfang an ausbremsen. Nur wie?

„Macht gibt es überall. Worauf es ankommt, ist ihre Gesinnung: gut oder böse?“

Zunächst geht es darum, zu klären, welche Fähigkeiten eine moderne Führungskraft überhaupt haben sollte: Eine echte Führungskraft sollte allen Mitarbeitern und Mitmenschen auf Augenhöhe begegnen. Sie nutzt ihre hierarchische Macht nicht für den persönlichen Profit. Sie weiß genau, wann sie kooperativ und demokratisch sein muss und wann es Zeit für klipp und klare, konsequente Entscheidungen ist. Sie ist offen und ehrlich und – spielt keine Machtspiele!

Die beliebtesten Machtspiele und wie Sie diesen entkommen

Dass eine gute Führungskraft sofort alle Machtspiele unterbinden kann, ist natürlich illusorisch – aber nicht unmöglich. Worauf es ankommt, ist, die Spielchen zu erkennen, anzusprechen (ganz wichtig!) und dann endgültig abzuwiegeln. Wie das funktioniert, zeigen die folgenden drei Machtspielchen plus dazugehörige Strategien:

Machtspiel 1: Die Vollbeschäftigung

Aufgaben werden aufgebauscht, indem die „Spieler“ Details dramatisieren, permanent über ihr Arbeitspensum (ich habe ja soooo viel zu tun!) klagen, Kollegen verbal und virtuell in E-Mails damit zuspamen und jammern, jammern, jammern. Das ist Vollbeschäftigung in Perfektion. Aufgaben reduzieren und dann ist Ruhe? Sorry, aber das klappt nicht. Denn wer Machtspiele à la Vollbeschäftigung spielt, der hat immer den Hals voll Arbeit.

Das können Sie als Führungskraft tun: Um nebensächlichen Aufgaben nicht zu viel Wichtigkeit zukommen zu lassen und dadurch das eigentliche Arbeitspensum nicht zu schaffen, weil die unwichtigen Mails des entsprechenden Mitarbeiters Ihr Postfach zumüllen, sollten Sie so schnell wie möglich handeln.

  • Schauen Sie als Erstes, ob Sie die Machtspiele des Mitarbeiters nicht zufällig selbst durch zeitlichen Druck aufgebaut haben. Dann wäre das Spiel berechtigt.
  • Hören Sie auf, Mitarbeiter künstlich unter Druck zu setzen. Das ist weniger Motivation, als vielmehr Nährboden für die Vollbeschäftigung und andere Machtspiele.
  • Hände weg vom Mikromanagement! Geben Sie Verantwortung eindeutig ab und reduzieren Sie überflüssige Abstimmungsrituale. Sie müssen nicht alles bis ins Detail wissen.
  • Überstunden sind keine Tugend! Also kommunizieren Sie das auch nicht so.

Machtspiel 2: Ganz wie Sie wünschen

Achtung, Schleimer-Alarm! Machtspiele wie Ganz wie Sie wünschen treten dann auf, wenn ein Mitarbeiter sich übergangen fühlt und das durch übertriebene Freundlichkeit mitteilen will. Oder: Der Chef hat die Mitarbeiter gefragt, ihre Antworten aber gekonnt ignoriert. Das ist wirklich nicht die feine Art und fördert Machtspiele immens.

Das können Sie als Führungskraft tun: Wer Machtspiele nach dem Motto Ganz wie Sie wünschen spielt, macht alles – nur nicht das, was der Chef wünscht. Das ist die bittere Wahrheit. Hier geht es nämlich eher darum, Projekte so umzusetzen, dass sie scheitern. Zeit, gegenzusteuern!

  • Pflegen Sie Achtsamkeit! Hören Sie Ihren Mitarbeitern zu, respektieren und diskutieren Sie deren Meinungen und vertrauen Sie in die Expertise Ihrer Teams.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie das Gefühl haben, ein Mitarbeiter fühlt sich übergangen. Reden hilft!
  • Gehen Sie Kompromisse ein und versuchen Sie, Ideen von Mitarbeitern auch dann zu integrieren, wenn es nicht Ihre Lieblingslösung ist.
  • Überlegen Sie laut: Vielleicht sollten wir das Projekt an einen externen Dienstleister geben …? Die erste Reaktion des Mitarbeiters wird Trotz sein – und dann wird er sich an seiner Ehre gepackt fühlen und wieder volle Power geben.




Machtspiel 3: Nüsse verstecken

Ja, ist denn schon Winter? Oder warum versteckt hier jemand seine Nüsse? Klar, hier geht es nicht um Nüsse, sondern kleine Fehler. Es gibt nämlich Chefs, die können einfach nicht loben und suchen geradezu nach Fehlern in den Projekten ihrer Mitarbeiter. Die Folge: Diese greifen auf Machtspiele wie das Nüsse verstecken zurück, indem sie aus Selbstschutz absichtlich Fehler in ihre Arbeiten einbauen. Der Chef fühlt sich bestätigt und nach ein paar Korrekturen läuft das Projekt weiter. Ganz ehrlich, wer will denn so arbeiten?

Das können Sie als Führungskraft tun:

  • Sorgen Sie für klare Leistungskriterien, auf die sich alle im Team einigen. Diese sind ein fester Maßstab für Korrekturen.
  • Vermeiden Sie Willkür – in all Ihrem Handeln. Denn Willkür ist Schikane. Indem Sie diese vermeiden, kann der Mitarbeiter seine Energie ins Projekt stecken und nicht in Machtspiele.
Machtspiele
0 Kommentare / von Thomas Pütter
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