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So funktioniert systemische Führung

12. März 2020 / Führung

Schnelle Veränderungen, hohe Optimierungsanforderungen und zunehmende Vernetzung, das ist typisch Gegenwart. Unternehmen finden sich heute in einer hochdynamischen Umwelt wieder und stehen damit vor echten Herausforderungen. Denn – Achtung, schlechte Nachrichten – die Anforderungen an Betriebe und ihre Mitarbeiter lassen sich heute nicht mehr durch traditionelle Führungskonzepte umsetzen. Wer erfolgreich sein will, braucht eine systemische Führung.

Was genau sich dahinter verbirgt und wie Sie die systemische Führung in Ihrem Alltag als Führungskraft ganz einfach umsetzen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Verbotsschild mit einem Gehirn abgebildet, mit folgendem Text: "Sprengen Sie Denk-Verbote!"

Risiken vs. Chancen – so trotzen Sie den Herausforderungen der Gegenwart

Ob Digitalisierung und Globalisierung, Internet of Things und Virtual Reality oder E-Mobilität und Industrie 4.0 – all das sind Entwicklungen unserer Zeit, die stetige Veränderung von Unternehmen aller Branchen erfordern. Oftmals sind schnelle Entscheidungen und zügige Handlungen gefordert. Wer sein Unternehmen klassisch hierarchisch führt, kann das jedoch nicht leisten. Das heißt: Um systemische Führung kommt heute kein Betrieb mehr herum.

„Wer schnell handeln will, braucht schnell gute Ideen. Mit hierarchischer Führung ist das allerdings schwer.“

Doch damit Sie die systemische Führung in der Praxis umsetzen können, sollten Sie zunächst die Theorie und die wichtigsten Unterschiede zwischen traditioneller und systemischer Führung kennen.

Die Zeiten des Ursache-Wirkung-Prinzips sind vorbei

Um die systemische Führung zu verstehen, ist es wichtig, zwischen zwei grundlegenden Weltanschauungen zu unterscheiden: der traditionellen, mechanistischen und eben der systemischen.

Während das traditionelle, mechanistische Weltbild Dinge ganz klassisch in Schwarz oder Weiß bzw. in Richtig oder Falsch separiert, gleicht das systemische Weltbild eher einem Kreisverkehr. Wer als Führungskraft die systemische Führung praktiziert, denkt zirkulär in Wechselwirkungen. Hier herrscht die Sowohl-als-auch-Denke. Die Welt als großes Ganzes erfassen, Zusammenhänge erkennen und neue Perspektiven finden – das ist charakteristisch für die systemische Führung.

„Auch mal über den Tellerrand schauen – wer systemisch führt, braucht neue Perspektiven.“

Ganz anders ist es beim mechanistischen Weltbild. Eine typisch traditionelle Führungskraft gibt Anordnungen und erwartet dann einen linearen Fortschritt. Läuft etwas nicht wie geplant, kommt das Ursache-Wirkung-Prinzip zum Einsatz. Mal nach rechts und links schauen, um andere Blickwinkel einzunehmen? Dafür hat die mechanistische Führungskraft kein Interesse.

Erfolgreiche Unternehmen sind systemisch geführte Unternehmen

Im Grunde ist die Situation der meisten Unternehmen heute wie die eines Mobiles: Stupst man es an einer Ecke an, wackelt es direkt an mehreren. An welchen oder wie vielen Stellen genau es wackeln wird, weiß niemand vorher. Ebenso ist es nicht vorhersehbar, wie lange das Mobile braucht, um wieder in Balance zu kommen. Hier wirkt der systemische Grundsatz, dass jeder Impuls das ganze System verändert.

„Warten, dass der Big Boss entscheidet? Auf keinen Fall! Bei der systemischen Führung muss das Team mitdenken.“

Hinzu kommt, dass zukunftsfähige Unternehmen keine klassischen Hierarchie-Pyramiden sind, an deren oberster Stelle ein Big Boss sitzt, der über alles bestimmt. Vielmehr sind sie wie ein Netzwerk, in dem alle von Unternehmensleitung und Gesellschaftern über Mitarbeiter bis hin zu Kunden und Lieferanten ein dynamisches System bilden. Für die systemische Führung ist das ein Muss. Denn ihre Basis ist die Intelligenz aller.

Schwarmintelligenz richtig nutzen

Systemische Führung heißt also Führung auf Augenhöhe. Jeder im Team hat das Recht, seine Ideen vorzutragen und gemeinsam mit den anderen zu brainstormen. Für Führungskräfte bedeutet das, sich auch mal zurückzunehmen, den anderen zuzuhören und – ganz wichtig – die richtigen Fragen zu stellen. Das ist vor allem bei Problemen oder Konflikten entscheidend. Denn wer systemisch führt, muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter Distanz zum eigentlichen Problem bekommen und sich emotional dissoziieren.

Dabei geht es darum, die verschiedenen Sichtweisen der Teammitglieder herauszuarbeiten, zu differenzieren und klar zu formulieren. Statt einen Schuldigen für das Problem zu suchen oder Verantwortung abzuschieben, sollten alle an einem Problem beteiligten Gesprächspartner ihre eingefahrenen Denkbahnen verlassen und offroad neue Perspektiven finden – denn die führen garantiert zu neuen Lösungen.

Systemische Führung ist erlernbar

Klingt irgendwie kompliziert? Keine Panik! Systemische Führung können Sie lernen. Ein wichtiger erster Schritt ist, dass Sie beginnen, Aufgaben abzugeben. Damit fördern Sie das Verantwortungsbewusstsein im Team und legen die notwendige Basis für einen intelligenten Schwarm mit tollen Ideen.

„Nur neue Ideen führen zu neuen Lösungen. Und dafür müssen Führungskräfte auch mal Verantwortung abgeben.“

Außerdem sollten Sie am unternehmensinternen Netzwerk arbeiten. Schaffen Sie Verbindungen zwischen den Mitarbeitern im Team, zwischen den Abteilungen und zwischen Teams und Führungskräften. Das begünstigt einen großen Ideen-Pool. Und – bitte auf jeden Fall merken – kommunizieren Sie. Denn nur, wenn Sie die systemische Führung und ihre Prinzipien klar an alle herantragen, kann die Umsetzung gelingen.

Echte Führungskräfte machen Zukunft

Leader gestalten, Patriarchen auch – aber anders. Während Letztere nämlich Angst vor Veränderungen haben und handeln, um Dinge zu vermeiden, geben Erstere Vollgas. Wer die systemische Führung lebt, der sprengt Denkverbote. Er verwandelt Zukunftsängste in Visionen, gibt gewagten Ideen ihren Raum und lässt auch mal Trial-and-Error zu. Denn, und das ist ebenfalls typisch systemisch, Scheitern ist keine Schande, sondern eine Chance, es besser zu machen.

„Leader statt Loser – systemische Führungskräfte gestalten die Zukunft!“

Übrigens, systemisch zu führen bedeutet auch, sich als Führungskraft mal irren zu dürfen. Systemische Führung strebt nicht nach Perfektion, sondern nach dem besten Ergebnis für alle im Unternehmen. Und dass der Weg dorthin nicht linear verläuft und der eine oder andere Umweg trotzdem zum Ziel führt, ist für einen echten Leader ganz normal.

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0 Kommentare / von Thomas Pütter
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