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Unser neues Buch ist in Druck!

15. Juli 2019 / Arbeitswelt 4.0

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Worum es im neuen Knaller von Ines und Thomas geht:

"Fakt ist: In Unternehmen findet zu wenig klare Führung statt!"

In der Führungswelt jagt bekanntlich ein Hype den nächsten: Gerade noch war Agilität der Heilsbringer, um die Komplexität der neuen Arbeitswelt in den Griff zu kriegen. Schon fliegen uns die nächsten Führungstrends um die Ohren wie „Ambidextrie“, „Kollaboration“ oder „synergetisches Führen“. Dabei haben wir nicht den Eindruck, dass die bis vor kurzem in Führungsworkshops schwer angesagte „transformationale Führung“ überhaupt in den Unternehmen angekommen war. Könnte es sein, dass Trends vorgeschoben werden, um sich dahinter zu verstecken? Nach dem Motto: Unsere Führungskräfte lernen jetzt Ambidextrie, damit haben wir dann alle Probleme gelöst. Und so wird eine Methodensau nach der anderen durchs Unternehmen getrieben. Doch die Probleme bleiben, weil die Ursache bleibt: Es findet zu wenig klare Führung statt. Es gibt zwar immer mehr Methoden, aber immer weniger Führungskräfte, die sich ins Feuer stellen und klare Kante zeigen. Die in Führung gehen und „machen“ - und sich mutig in das unbekannte Terrain Arbeitswelt 4.0 vorwagen.

Mutlose Führung lähmt Unternehmen!

Woran liegt das? Ein Großteil der Führungskräfte ist verunsichert: Der digitale Umbruch fegt die bestehenden Spielregeln über den Haufen. Wer vorne mitspielen will, braucht plötzlich Organisationsstrukturen, die einen ständigen Wandel ermöglichen. Das hieße aber auch, seine eigene Position infrage zu stellen. Denn in vielen agilen Settings erübrigt sich die klassische Führungskraft. Die gleichen Manager, die sich regelmäßig den neuesten Dienstwagen und einen fetten Boni leisten, bleiben einem Organisationsmodell verhaftet, das aus dem tiefsten letzten Jahrhundert stammt. Und die alten Strukturen stecken so fest in ihrer DNA, dass neue Konstellationen vielen undenkbar erscheinen. Doch in einem Umfeld von gestern kann man nicht auf Ideen für morgen kommen. Weitere Ursache für die Überforderung der Führungskräfte: Die Zukunft wird immer mehr unvorhersehbar. Die Digitalisierung bringt völlig neue, nie dagewesene Anwendungen. Wir wissen nicht, ob sie kommen oder wann sie kommen, doch wenn sie kommen, kommen sie schnell. Mit anderen Worten:

Change ist das neue Normal!

Die Aufgaben der Führungskräfte haben sich längst gewandelt. Sie müssen den Veränderungsprozess vorantreiben, nicht blockieren. Sie müssen alte Strukturen aufbrechen, nicht festhalten. Aber Führung steht auf der Bremse. Die Steigerung der Effizienz im Kerngeschäft steht im Battle mit dem Bilden von mehr agilen Projektteams. Unterschiedliche Denk- und Arbeitsweisen prallen aufeinander. Die Kunden- und Marktanforderungen ändern sich ständig. Druck von allen Seiten. Da kann man sich schon mal darein retten, die Dinge kompliziert zu machen. Dabei geht es doch nach wie vor darum, Menschen zu führen. Und genau deswegen bleibt Regel Nummer eins auch in der Arbeitswelt 4.0 so, wie sie schon immer war:

Setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein!

Ganz deutlich wird dies beim neuesten Mythos „Selbstorganisation“. Verkauft wird uns: Wenn Sie Ihre Mitarbeiter nach eigenen Regeln arbeiten lassen und sie mit Freiheiten und Entscheidungsbefugnissen ausstatten, fühlen sie sich ganz und gar dem Ergebnis verpflichtet und organisieren sich selbst. Damit werden Sie als Führungskraft signifikant entlastet. Bullshit. Selbstorganisation ist kein Selbstläufer, denn Selbstorganisation heißt nicht „Selbstüberlassung“. Viele Mitarbeiter wollen gar nicht selbst entscheiden. Und manche sind vom Reifegrad ihrer Soft-Skills gar nicht so weit, dass sie sich selbst effizient organisieren können. Auch bei den hoch engagierten hat Selbstorganisation eine Schattenseite: Sie halsen sich so viel auf oder setzen sich selbst so unter Druck, dass sie ohne regulierende Führungskraft im Burnout landen. Wenn man also Kopf und Bauch verbindet und Fakten mit Intuition vereint, kann man nur zu einem Fazit kommen: Die Umstellung auf mehr Selbstorganisation kann nicht ohne begleitende Führung laufen. Und: Führung wird intensiver benötigt – nämlich bis ein Team einen hohen Selbstorganisierungsgrad erreicht hat. Lassen Sie sich also nicht verrückt machen. Bleiben Sie mit den Füßen auf dem Boden und möglichst nah dran, an Ihren Leuten. Sie müssen nicht mit dem Elefanten durch die Tür. Der Wandel darf leicht gehen. Machen Sie einfach jeden Tag etwas mehr neu und anders als bisher. Gehen Sie Ihren eigenen Weg. Und denken Sie dabei immer daran:

„Mut bedeutet nicht das Fehlen, sondern das Überwinden von Angst.“

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In diesem Sinne - viel Erfolg auf Ihrem neuen Führungsweg!

 

Ines Eulzer & Thomas Pütter

0 Kommentare / von Thomas Pütter
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