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So erkennen Sie wahre Führungskompetenz

9. Mai 2019 / Führung

Aufgaben vergeben, Anweisungen erteilen und sich dann entspannt zurücklehnen – sorry, aber wer sich so verhält, ist keine gute Führungskraft. Mitarbeiter zu führen, Unternehmen zu leiten und wirtschaftliche Erfolge einzufahren braucht mehr als das. Worauf es ankommt, ist echte Führungskompetenz. Wie Sie diese erkennen und was eine gute Führungskraft ausmacht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Doppelfunktion der Führungskraft

An erster Stelle in Sachen Führungskompetenz steht eine wichtige Erkenntnis: Jede Führungskraft spielt eine Doppelrolle. Genauer gesagt, ein doppeltes Management. Denn auf der einen Seite muss sie nicht nur Aufgabenverteilung, Projektabläufe und Teamzusammenstellungen managen, sondern auch sich selbst. Und letzteres kann sich schnell als Herausforderung entwickeln – sofern die Führungskompetenz fehlt. Mit anderen Worten heißt das, wahre Führungskompetenz erkennen Sie daran, wie jemand Selbst- und Fremdmanagement unter einen Hut bekommt. Zunächst zum Selbstmanagement. Echte Führungskompetenz zeigt sich darin, wie souverän jemand mit der Rolle als Führungskraft umgeht. Und dafür braucht ein Mensch Sicherheit – die Sicherheit, dass man zur richtigen Zeit auch das richtige tut. Dass man im Einklang mit seinen Werten, Prinzipen und Zielen handelt. Und dass man mit Zuversicht an den wichtigsten Themen dran ist. In einer Zeit, die durch Schnelligkeit und stetige Veränderung gekennzeichnet ist, ist das gar nicht immer so leicht. Doch wer über Führungskompetenz verfügt, kann diese Anforderungen sicher erfüllen.

Prioritäten richtig setzen

Wollen Sie also mehr über die Führungskompetenz eines Menschen herausfinden, so konzentrieren Sie sich zunächst auf dessen Selbstmanagement. Dabei helfen Ihnen folgende Fragen: Wie setzt er seine Prioritäten? Welche Aufgaben delegiert er warum? Welche erledigt er warum selbst? Und in welche Beziehung setzt er eigene Ziele und die des Unternehmens? Die Antworten auf diese Fragen zeigen Ihnen nicht nur, wie sehr die Führungskraft sich für den Betrieb und dessen Erfolg einbringt, sondern wie sich ihr Selbstmanagement auf das der Mitarbeiter auswirkt.

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Um Führungskompetenz zu erkennen, geht es darum, herauszufinden, welchen Aufgaben die Führungskraft welche Bedeutung beimisst. Denn fest steht: Auch ein Teamleader kann nicht alles allein machen. Wichtige Aufgaben, die sich unmittelbar auf den Erfolg des Unternehmens auswirken, sind Chefsache bzw. obliegen der Führungskraft. Alles andere lässt sich ganz oder zumindest teilweise delegieren. Und dann kommt es auf das Fremdmanagement an. Denn wie eine Führungskraft sich selbst managed, wirkt sich direkt auf den Umgang mit ihren Mitarbeitern aus.

Vertrauen ist der Schlüssel zum Erfolg

Bevor es ein anderer macht, mache ich es lieber selbst? Bitte nicht! Echte Führungskompetenz erkennen Sie daran, ob die Führungskraft den Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter vertraut. Vertrauen motiviert – und zwar nicht zu knapp. Haben Sie als Geschäftsführer oder hat eine Ihrer Führungskräfte den Eindruck, dass ein Mitarbeiter einen besonders guten Job macht? Und gleichzeitig großes Potential hat, sich noch zu steigern? Dann geben Sie ihm doch mal eine ganz neue Aufgabe, von der Sie sich sicher sind, dass er diese mit Bravour erledigen wird. So fühlt sich der Mitarbeiter wertgeschätzt. Und wer seine Mitarbeiter schätzt, zeigt wahre Führungskompetenz.

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In engem Zusammenhang mit dem Thema Vertrauen stehen die Punkte Empathie und Emotionalität. Denn echte Führungskompetenz drückt sich auch in den sogenannten Soft Skills aus. Der Chef als harter Brocken, vor dem alle kuschen, hat längst ausgedient. Kommunikation auf Augenhöhe und flache Hierarchien sind die Erfolgsfaktoren von heute. Dazu gehört auch, seine Mitarbeiter emotional zu erreichen und abzuholen. Geht es um echte und wahre Führungskompetenz, so spielen Emotionen eine große Rolle. Gerade positive Gefühle, wie beispielsweise Begeisterung oder Freude, sorgen dafür, dass ein ganzes Team Höchstleistungen erbringt. Ob das klappt, entscheidet die Führungskompetenz. Denn das Verhalten einer Führungskraft wirkt sich direkt auf die Emotionen des Teams aus.

Wer also Führungskompetenz beweisen will, muss sich gleichzeitig als „Emotional Leader“ beweisen. Auf der einen Seite bedeutet das für die Führungskraft, dass sie ihre eigenen Gefühle unter Kontrolle haben und diese im positiven Sinne einsetzen muss. Sie legt die Basis für gute Laune und Optimismus im Team. Schlechte Stimmung bleibt bei kompetenten Führungskräften vor der Tür. Auf der anderen Seite zeigt sich echte Führungskompetenz durch Einfühlungsvermögen. Denn eines sollte eine Führungskraft nie vergessen: Mitarbeiter sind auch „nur“ Menschen und jeder kann einmal einen schlechten Tag haben. Eine kompetente Führungskraft erkennt das und gibt sich offen für die Anliegen ihres Teams. Dazu gehören auch regelmäßige Feedbackgespräche.

Führungskompetenz lässt keinen Raum für Machtspielchen

Wer eine gute Feedbackkultur pflegt, hat auf lange Sicht den entscheidenden Vorteil, seine Mitarbeiter besser zu kennen. Wer sich wirklich für die Menschen interessiert, die für ihn arbeiten, signalisiert Vertrauen. Das wirkt sich wiederum positiv auf das Arbeitsklima im ganzen Team aus. Und wo eine gute Arbeitsatmosphäre herrscht, ist kaum Platz für Machtspielchen. Dennoch, ganz davor schützen, kann sich wohl kaum ein Team. Echte Führungskompetenz weiß das auszugleichen. Gibt es Konflikte zwischen den Mitarbeitern, so erkennt eine gute Führungskraft das und sorgt dafür, Streitereien zu beenden. Und ja, in manchen Fällen ist dann ein Machtwort angebracht. Nur sollte das nicht zur Regel werden, denn eine kompetente Führungskraft sollte stets ein gutes Beispiel für ihre Mitarbeiter sein.

Wichtig ist auch, dass Führungskompetenz generell nicht für Machtausübungen missbraucht wird. Denn haben sie einmal einen Führungsposten bekommen, entwickeln Führungskräfte nicht selten die Angst, an Macht zu verlieren. Dabei ist das totaler Quatsch! Aufgaben an Mitarbeiter abzugeben und diese selbstverantwortlich agieren zu lassen, bedeutet nicht zwangsläufig einen Machtverlust. Vielmehr ist diese Annahme eine echte Milchmädchenrechnung, die den Chefposten gefährdet. Die Arbeitswelt von heute braucht vernetzte Verantwortung. Wer verantwortet, muss entscheiden dürfen. Flache Hierarchien zeugen deswegen von wahrer Führungskompetenz.

Eine gute Führungskraft ist Mentor und Sinnstifter

Echte Führungskompetenz erkennen Sie zudem daran, wie eine Führungskraft ihre Mitarbeiter fördert. Sie handelt visionär und coachend. Konkret bedeutet das: Sie inspiriert ihre Mitarbeiter und ermutigt sie dazu, über sich hinauszuwachsen und eigenständig zu handeln. Sie hilft ihnen, ihre eigenen Stärken zu erkennen, vorhandene Ressourcen zu nutzen und sich mutig neue Ziele zu setzen. Gemeinsam mit dem Team entwickelt eine kompetente Führungskraft eine Vision, an der alle gemeinsam arbeiten. Führungskompetenz bedeutet in diesem Zusammenhang, Potentiale zu erkennen und vielleicht auch wachzukitzeln.

Ein starker Charakter schwimmt auch mal gegen den Strom, um technologische Innovationen umzusetzen und Veränderungen voranzutreiben. Modernes Management erfordert mehr als reine Fachexpertise. Diese sogenannten Soft Skills gilt es zu finden und zu prüfen. In wenigen Worten zusammengefasst, lässt sich wahre Führungskompetenz an kleinen, aber aussagekräftigen Indizien ausmachen:

ArbeitsklimaEmotional LeaderFührungskraftManagement
1 Kommentar / von Thomas Pütter
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Carina Sauer10. May 2019

Toller Artikel, absolut lesenswert! Vielen Dank dafür!

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