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Ziele so formulieren, dass Mitarbeiter Bock drauf haben

30. Januar 2020 / Mitarbeitergespräch

Wer ins Museum geht, möchte vielleicht die Mona Lisa sehen oder einen echten Van Gogh. Vielleicht ist auch eine Skulptur von Jeff Koons das Ausstellungsstück der Begierde oder aber einer von Andy Warhols Siebdrucken. Zur Betrachtung von Zielvereinbarungen gehen jedoch die wenigsten Menschen ins Museum. Ja, Sie haben richtig gelesen. Denn die Top-down-Zielvereinbarungen, wie sie so manche Führungskraft gerne nutzt, sind so uralt und angestaubt, dass sie eher ins Museum statt in die Arbeitswelt 4.0 gehören. Das Ziel der Gegenwart lautet hingegen: Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch.

Wie genau das aussieht, mit welchen einfachen Tricks es garantiert klappt und wie Sie das Thema „Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch“ im Alltag umsetzen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Grafik mit dem Gemälde "Der Schrei" mit daraufstehendem Text: "Top-Down Zielvereinbarungen gehören ins Museum"

Führen über Ziele? Ja, aber bitte richtig!

Es waren einmal eine Menge Führungskräfte, die ganz viele tolle Ziele hatten. Was wie der klassische Anfang eines Märchens klingt, ist tatsächlich nach wie vor die Realität. Denn das Führen über Ziele ist seit vielen, vielen Jahren das dominierende Führungsprinzip in der Wirtschaft. Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch? Fehlanzeige.

„Ziele Top-down von oben nach unten zu kommunizieren ist out und ein Fall fürs Museum.“

Ja, es stimmt schon – individuelle Ziele lassen sich besonders gut als Basis für individuelle Gehaltsverhandlungen heranziehen. Aber aufgepasst! Gemeint ist nicht, dass die Führungskraft (wie in der Gegenwart nach wie vor vorherrschend) die eigenen Ziele als Grundlage für die Ziele der Mitarbeiter nimmt. Vielmehr gilt das Credo: Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch.

Fünf entscheidende Punkte für bessere Zielvereinbarungen

Also, wie funktioniert es nun, dieses „Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch“? Im Grunde ist es ganz einfach. Sie müssen nur folgende fünf Grundsätze  für Zielvereinbarungsgespräche im Hinterkopf haben:

  1. Formulieren Sie alle Ziele gemeinsam mit den Mitarbeitern, und zwar auf Teamebene.
  2. Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern drei bis fünf wesentliche Ziele und reflektieren Sie die Umsetzung engmaschig.
  3. Ziele, die etwas bedeuten sollen, müssen einer Kompatibilitätsprüfung standhalten.
  4. Zielverfehlungen sind kein Weltuntergang, sondern Lernschleifen und ganz normal.
  5. Nicht nur 100%ige Zielerreichung ist ein Erfolg. Bei hochgesteckten Zielen gelten auch 70 % als Erfolg.

Wollen Sie Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch, sollten Sie diese fünf Punkte verinnerlichen. Denn für eine gute Mitarbeiterführung ist das essenziell.

„Ziele von oben nach unten weitergeben? Bitte nicht, Sie sind doch kein Wasserfall.“

Leider ist es in vielen Unternehmen immer noch Usus, dass Führungskräfte alle Ziele für ihre Mitarbeiter aus den eigenen Zielen ableiten und diese als Top-down-Zielvereinbarungen von oben nach unten durchgeben. Das kommt zwar bei den Mitarbeitern an, und diese wissen, was von ihnen erwartet wird. Ob sie das allerdings als sinnvoll erachten, ist eine andere Sache. Von der fehlenden Motivationsfähigkeit solcher Vorgehensweisen ganz zu schweigen. Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch geht definitiv anders.

Richtig motivieren mit den richtigen Zielen

Ein weiteres Problem von Top-down-Zielvereinbarungen: Mitarbeiter haben oft das Gefühl, dass die vorgegebenen Ziele rein gar nichts mit der Realität zu tun haben. Kein Wunder, dass die Motivation bei der Arbeit da eher hintenansteht. Doch dieses Problem lässt sich lösen – wenn Sie Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch.

„Wer Mitarbeiter 4.0 haben will, muss selbst eine Führungskraft 4.0 sein.“

Die Arbeitswelt verändert sich zunehmend schneller. Deswegen ist es nötig, Ziele kürzer zu planen und öfter nachzujustieren. Bis zum Jahresendgespräch zu warten, ist meist zu spät, soll der Mitarbeiter doch sofort Einsatz zeigen und nicht erst in acht, neun oder zehn Monaten. Nehmen Sie also Abstand von starren Zielvorgaben von oben und machen Sie sich fit für die Aufgabe Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch. Seien Sie flexibel und kommunizieren Sie mit Ihren Teams. Denn Ihre Mitarbeiter wissen, wie was zu tun ist und wo die Prioritäten ihrer Projekte liegen. Tauschen Sie Top-down gegen Bottom-up!

Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch mit der SMART-Formel

Die gute alte SMART-Formel kennen Sie sicher noch. Jetzt gilt es, diese an die Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 anzupassen und um eine systemische Komponente zu ergänzen. Denn genau das brauchen die agilen, crossfunktionalen Teams von heute. Und so können Sie Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch:

Spezifisch

Arbeitswelt 4.0 heißt, dass die Unternehmensziele bekannt sind. Was genau der Beitrag der Abteilungen und Teams zur Umsetzung der unternehmerischen Ziele ist, erarbeiten diese selbst.

Messbar

Die Erreichung des Ziels sollte überprüfbar sein – mit einer gemeinschaftlichen Vereinbarung der Prüfkriterien. In der agilen Welt ist das Endergebnis von zu vielen externen Unwägbarkeiten abhängig. Meilensteine, in kurzen Abständen gesetzt, helfen, die Leistung zu messen.

Attraktiv

Ziele sollten dem Mitarbeiter wichtig sein. Nur so wird er sein Bestes geben und sich voll reinhängen – ohne dass die Führungskraft ihm ständig mental in den Allerwertesten tritt. Dazu gehört auch, gemeinsam mit dem Mitarbeiter zu schauen, wodurch ein Ziel für diesen attraktiv werden kann. Fragen Sie ihn: Was ist an diesem Ziel wichtig für dich? Was ist das Beste daran? Was erfüllt sich dadurch für dich? Was wird dadurch möglich? Und wie bringt es dich weiter?

Realistisch

Die Forschung hat es belegt: Knapp über 50 % Erfolgswahrscheinlichkeit reichen aus, um die Leistungsmotivation von Menschen auf einen Höhepunkt zu bringen. Ein bisschen Risiko und Misserfolgswahrscheinlichkeit wirken also als Ansporn, sich noch mehr reinzuhängen.

Als Führungskraft in einem agilen Umfeld bedeutet das für Sie, zu checken, ob Abhängigkeiten bestehen, durch die es unrealistisch wird, dass der Mitarbeiter das vereinbarte Ziel erreichen kann. Ist er zum Beispiel zu sehr von der Mitwirkung anderer Teammitglieder oder von (noch) unsicheren Budgetfreigaben abhängig, sollten Sie gemeinsam das Ziel nach hinten schieben. Denn dieses sollte mindestens zu 80 Prozent im Einflussbereich des Mitarbeiters liegen.

Terminiert

Keine klaren Ziele ohne Termin – das gilt auch in der Arbeitswelt 4.0. Allerdings sollten die Abstimmungstermine agiler Teams immer kurzfristig terminiert sein.

Möchten Sie also Ziele smart formulieren im Mitarbeitergespräch, ist die SMART-Formel der beste Weg, um hierbei erfolgreich zu sein. Probieren Sie es einfach mal aus und schauen Sie, welchen tollen Effekt das hat!

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0 Kommentare / von Thomas Pütter
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